Lactoferrin aus Kuhmilch – was steckt hinter dem besonderen Milchprotein?
Lactoferrin ist ein natürlich vorkommendes Protein, das zunehmend Aufmerksamkeit in der Ernährungswissenschaft und bei hochwertigen Nahrungsergänzungsmitteln erhält. Besonders häufig wird Lactoferrin aus Kuhmilch verwendet.
Doch was genau ist Lactoferrin? Wo kommt es in der Milch vor, wie wird es gewonnen und warum spielt die Qualität des verwendeten Rohstoffs eine so wichtige Rolle?
Was ist Lactoferrin?
Lactoferrin ist ein eisenbindendes Glykoprotein und gehört zur Familie der Transferrine. Der Name setzt sich aus den Begriffen „Lacto“ für Milch und „Ferrin“ in Anlehnung an Eisen zusammen.
Das Protein besitzt die Fähigkeit, Eisenionen zu binden. Lactoferrin kommt natürlicherweise in verschiedenen Körperflüssigkeiten von Menschen und Säugetieren vor.
Besonders bekannt ist sein Vorkommen in Milch und Kolostrum.
Lactoferrin in Kuhmilch
Auch Kuhmilch enthält von Natur aus Lactoferrin. Die Konzentration kann unter anderem von der Phase der Milchproduktion und weiteren biologischen Faktoren abhängen.
Für die Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln wird überwiegend bovines Lactoferrin verwendet. „Bovin“ bedeutet dabei lediglich, dass das Lactoferrin vom Rind beziehungsweise aus Kuhmilch stammt.
Bovines Lactoferrin weist strukturelle Ähnlichkeiten mit menschlichem Lactoferrin auf, ist jedoch nicht mit diesem identisch.
Wie wird Lactoferrin aus Kuhmilch gewonnen?
Lactoferrin wird nicht einfach als gewöhnliches Milchpulver verarbeitet. Für einen konzentrierten Lactoferrin-Rohstoff sind mehrere technische Aufbereitungsschritte erforderlich.
Aus geeigneten Milch- beziehungsweise Molkefraktionen werden die enthaltenen Proteine getrennt und anschließend weiter aufgereinigt.
Moderne Herstellungsverfahren können beispielsweise auf Filtrations- und chromatographischen Trennverfahren beruhen.
Das Ziel ist ein Rohstoff mit einem möglichst hohen Lactoferrin-Anteil und definierten Qualitätsparametern.
Warum ist die Reinheit von Lactoferrin wichtig?
Bei Lactoferrin-Produkten sollte nicht ausschließlich auf die Milligramm-Angabe geschaut werden.
Ein wesentlicher Faktor ist die Reinheit des eingesetzten Lactoferrin-Rohstoffs.
Enthält ein Rohstoff beispielsweise einen sehr hohen Anteil an Lactoferrin, besteht ein entsprechend größerer Teil des eingesetzten Materials tatsächlich aus dem gewünschten Protein.
Beim Vergleich verschiedener Produkte können deshalb unter anderem folgende Punkte interessant sein:
- Lactoferrin-Menge pro Tagesportion
- Reinheit des Lactoferrin-Rohstoffs
- Herkunft des Lactoferrins
- verwendete Hilfs- und Zusatzstoffe
- Qualitätskontrollen und Analytik
- Verarbeitung und Lagerung
Die reine Angabe „200 mg Lactoferrin“ sagt somit nicht zwangsläufig alles über die Qualität des verwendeten Rohstoffs aus.
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Ist Lactoferrin dasselbe wie Molkenprotein?
Nein.
Obwohl Lactoferrin aus Milch beziehungsweise geeigneten Molkefraktionen gewonnen werden kann, handelt es sich nicht um gewöhnliches Whey-Protein.
Molkenproteinprodukte bestehen aus einer Mischung verschiedener Milchproteine. Lactoferrin ist dagegen ein bestimmtes einzelnes Protein, das gezielt isoliert und konzentriert werden kann.
Dadurch unterscheidet sich ein hochreiner Lactoferrin-Rohstoff deutlich von klassischem Molkenproteinpulver.
Ist Lactoferrin vegan?
Lactoferrin aus Kuhmilch ist nicht vegan.
Auch wenn eine Kapselhülle beispielsweise aus pflanzlicher Hydroxypropylmethylcellulose (HPMC) besteht, bleibt der eigentliche Lactoferrin-Rohstoff tierischen Ursprungs.
Für Verbraucher, die vollständig auf tierische Bestandteile verzichten möchten, ist bovines Lactoferrin daher nicht geeignet.
Was bedeutet „bovines Lactoferrin“?
Die Bezeichnung klingt komplizierter, als sie ist:
Bovines Lactoferrin = Lactoferrin vom Rind.
Bei Nahrungsergänzungsmitteln bedeutet dies in der Regel, dass das Lactoferrin aus Bestandteilen der Kuhmilch gewonnen wurde.
Die Bezeichnung beschreibt somit zunächst die Herkunft des Proteins und stellt für sich genommen keine Aussage über Wirkung oder Qualität dar.
Lactoferrin und Eisen – woher kommt der Name?
Eine der charakteristischen biochemischen Eigenschaften von Lactoferrin ist seine Fähigkeit, Eisen zu binden.
Lactoferrin besitzt spezifische Bindungsstellen für Eisenionen. Abhängig davon, wie stark diese Bindungsstellen mit Eisen besetzt sind, kann Lactoferrin in unterschiedlichen Formen vorliegen.
Diese Eigenschaft ist ein wesentlicher Grund dafür, warum Lactoferrin seit Jahrzehnten Gegenstand wissenschaftlicher Forschung ist.
Worauf sollte man bei einem Lactoferrin-Produkt achten?
Wer verschiedene Lactoferrin-Produkte miteinander vergleichen möchte, sollte nicht nur den Preis oder die Anzahl der Kapseln betrachten.
Interessant sind insbesondere Dosierung, Rohstoffqualität und Transparenz der Deklaration.
Ein hochwertig deklariertes Produkt sollte möglichst eindeutig erkennen lassen, wie viel Lactoferrin enthalten ist und welche weiteren Inhaltsstoffe eingesetzt werden.
Auch Informationen über Herstellung, Qualitätskontrolle und Herkunft können bei der Beurteilung eines Produktes hilfreich sein.
Fazit: Lactoferrin ist ein besonderer Bestandteil der Kuhmilch
Lactoferrin ist kein gewöhnliches Milchprotein, sondern ein spezifisches eisenbindendes Glykoprotein, das natürlicherweise in der Milch von Säugetieren vorkommt.
Für Nahrungsergänzungsmittel wird häufig bovines Lactoferrin aus Kuhmilch eingesetzt. Durch moderne Trenn- und Reinigungsverfahren kann daraus ein hochkonzentrierter Lactoferrin-Rohstoff hergestellt werden.
Beim Produktvergleich lohnt es sich deshalb, neben der angegebenen Dosierung insbesondere auf Herkunft, Reinheit, Zusammensetzung und Qualitätsangaben zu achten.
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